Pfosten als Konzept

Der Jungbusch hat ein Parkproblem – außer den vielen wichtigen Problemen dort ist nun auch dieses akuter geworden. Der Jungbusch ist zur Zeit ein Stadtviertel, in dem es Abends und Nachts hoch her geht, da dort eine Kneipenszene entstanden ist und auch viel „Kultur“ (wie auch immer) geboten wird. Es ist ein Stadtteil mit einem eigenen Reiz.

Nun könnten die dortigen Lokalbetreiber nicht bestehen, wenn sich nur die Anwohner in den diversen Lokationen treffen würden. Das passiert auch nicht, es kommen viele auswärtige Besucher. Diese benutzen überraschenderweise meist ein Auto.
Warum „überraschend“? Manchmal habe ich den Eindruck, dass manche Politiker sich darüber wundern, dass in der heutigen Zeit die Menschen noch das Auto benutzen und nicht das Fahrrad oder den ÖPNV. Wahrscheinlich eine Art ideologische Bewußtseinssperre, mit der das Gewünschte anstelle des Realen gesetzt wird.

Da nun in der Realität viele mit dem Auto in den Jungbusch kommen, wollen sie dort auch parken. Am besten ziemlich nah, wer läuft schon gern einige Kilometer? (oder steigt in den ÖPNV um zum Ziel zu gelangen). Das führt allerdings dazu, dass die dortige Parkplatzfläche nicht ausreicht, denn auch die Anwohner wollen ihre PKWs dort parken.
Was passiert nun? In den betroffenen Strassen werden die Gewege zugeparkt, es wird in zweiter Reihe geparkt und einige stellen die Warnblinkanlage an und parken auf diese Weise ziemlich lange.

Was macht die Stadtverwaltung? Sie will Pfosten aufstellen, um das Parken auf den Gehwegen zu verhindern.
Eine Lösung ist das nicht, denn dadurch wird nur das Parkraumangebot verringert – auch für die Anwohner. Eventuell parken dann einige ein paar Meter weiter in der Innenstadt; aber auch dort ist der Parkraum sehr begrenzt.
Ein schlüssiges Konzept sieht anders aus. Ich will hoffen, dass von Seiten der Verwaltung ein schlüssiges Konzept erstellt wird, dass sich auch an die Realitäten hält und berücksichtigt, dass nun mal eine solche Szene nur überleben kann, wenn Kunden auch zu den Lokationen kommen – auch mit dem Auto.