Das erwartete Desaster

Vor einem halben Jahr flog meine Partei aus dem Bundestag; das hatte sie sogar ein Stück weit verdient. Nun wurde sie noch mal abgestraft – das war zu erwarten, auch wenn sich in der Partei seit der Bundestagswahl schon viel getan hat.

Allerdings wurde und wird die FDP nicht deswegen gewählt, weil sie symphatisch oder gar nett wäre, oder weil sie innerparteilich besonders demokartisch wäre – diesen Part haben eher die Grünen mit ihrem Ökotouch und die SPD und CDU aus Traditionsgründen. Wenn die FDP gewählt wurde, dann weil sie sich als kompetent auf bestimmten Gebieten darstellen konnte, sei es die Wirtschafts- oder die Bürgerrechtspolitik.

Diese Kompetenzen haben wir in der Zeit von 2009 bis 2013 schlichtweg verkauft; verkauft um an der Regierung zu bleiben. Sicher hatten wir Erfolge – aber die Fehler, die dagegen gerechnet werden konnten waren zu groß, um die Erfolge durchscheinen zu lasssen. Beispielsweise war es ein Fehler, die Abschaffung des Entwicklungshilfeministeriums zu fordern und es dann zu besetzen – auch wenn dort gute Arbeit geleistet wurde (sofern dies so war). Der Geburtsfehler war unverzeihlich und unentschuldbar.

Seit der Katastrophe im vorigen Jahr hat sich die FDP innerparteilich berappelt und ist auf einem guten Weg. Aber das dringt sehr wenig nach außen und – leider – interessiert es im Grunde auch keinen. Solange die FDP es nicht schafft, wieder das zu werden was sie war – eine kompetente Bürgerrechts- und Wirtschaftspartei – und dies auch verkaufen kann, solange wird sich kein Erfolg mehr einstellen, egal wie gut wir innerparteilich werden.

Im übrigen ist noch zu schreiben, dass mir die Pseudo-(Wirtschafts-)-Liberalen von der AfD und die Besserwisser aus dem Internet (die mit den guten Ratschlägen oder der Häme – von denen man nie etwas im realen Leben sieht oder hört) mehr und mehr gestohlen bleiben können.

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